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ICH SCHREIBE, ALSO BIN ICH.

WIE VIEL EINER AUTORIN STECKT IN IHRER GESCHICHTE?

Ich bin Theaterschauspielerin, was bedeutet, ich bin darauf gedrillt, dass ich mich nicht mit der Figur zu identifizieren habe. Ich habe die Figur vor mir herzutragen.


Ich habe diese Anweisung schon vor 20 Jahren nicht verstanden.

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Nein, selbstverständlich nicht! 

Es ist ein Würfelspiel.

Ich würfle und jede Figur bekommt eine gewissen Anzahl Punkte von mir. Manche Protagonistin hat nur 2 Punkte und manche Nebenfigur hat eine 6 gewürfelt ...

AH, DU BIST SCHAUSPIELERIN. KANNST DU AUF KNOPFDRUCK WEINEN?

Ja, natürlich. Das ist unser Job. Können wir.
Warum? Weil wir persönliche Gefühle abrufen können. 

Es bedeutet, dass wir immer und immer wieder die schlimmsten Stunden unseres Daseins durchleben, wie zum Beispiel den Tod eines geliebten Menschen. Das ist es, was uns auf der Bühne zum Weinen bringt. Oder wir identifizieren uns mit der Rolle und fühlen uns "in sie hinein". Was wir ja irgendwie nicht dürfen. 

(Wir machen´s aber heimlich ^_^)

UND WENN MAN SCHREIBT?

Ja, selbstverständlich steckt alles von mir in diesen Papierwesen.

Da gibt es vielleicht diese Figur, die abgöttisch liebt, so wie man es selbst einst erlebt hat. Oder eine Figur, die versucht, Würde zu bewahren, nachdem sie von allen betrogen wurde. Die Figur, die in der fremden Kultur zurechtkommen muss. Oder die, die alles verliert und erst in ein tiefes Loch fallen muss, um zu erkennen, was sie gewinnt.

Bin das also ich in den Geschichten?

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